Drei Kreuze auf Golgatha

Es ist vollbracht. Und jetzt?

Jürgen Ferrary
4. April 2026

Seit Jahren gibt es in Deutschland diese eine Diskussion: Was darf man eigentlich am Samstag zwischen Karfreitag und Ostersonntag – und was nicht? In vielen Bundesländern gilt ein Tanzverbot. Keine Partys, keine laute Musik in Clubs. Der ernste Charakter der Karwoche soll bewahrt werden. Und genau das sorgt regelmäßig für Kritik.

Denn viele sagen: Warum sollen wir uns an christliche Regeln halten, wenn wir gar nichts mit dem Glauben zu tun haben? Für sie ist das Osterwochenende vor allem eins: ein langes Wochenende. Eine Gelegenheit, rauszugehen, zu feiern, das Leben zu genießen.

Und ganz ehrlich: Ein Stück weit kann ich das verstehen. Wenn mir der Inhalt fehlt, warum sollte ich die Form ernst nehmen? Und trotzdem bleibt eine Frage: Was genau wird hier eigentlich „geschützt“?

Es geht um den Tod eines Menschen. Eines Mannes, an den bis heute weltweit erinnert wird. Und spätestens da wird es spannend. Denn dieser Mann hat Dinge über sich selbst gesagt, die man nicht einfach ignorieren kann. Jesus behauptete, der Sohn Gottes zu sein. Der Weg zu Gott. Die Wahrheit. Das Leben.

Das sind keine harmlosen Aussagen. Entweder sie sind die größte Täuschung der Geschichte. Oder sie sind wahr. Einen bequemen Mittelweg gibt es nicht.

Und wenn man sich sein Leben anschaut, wird es noch herausfordernder. Jesus hat nicht nur geredet. Er hat Menschen verändert. Er hat geheilt, Hoffnung gegeben, Ausgestoßene angenommen. Und das Bemerkenswerte: Selbst seine Gegner fanden keinen echten Fehler bei ihm: Kein Betrug. Keine Lüge. Keine dunklen Kapitel.

Und trotzdem endet sein Leben am Kreuz. Sogar Pontius Pilatus, der römische Stadthalter, sagt: „Ich finde keine Schuld an ihm.“ Und doch lässt er ihn hinrichten.  Und dann hängt Jesus dort. Zu Unrecht verurteilt. Verspottet. Gequält.

Und mitten in diesem Moment sagt er etwas, das alles verändert: „Es ist vollbracht!“ (Johannes 19,30). Drei Worte. Und doch steckt darin alles. Kein „Ich habe mein Bestes gegeben.“ Kein „Es hätte besser laufen können.“ Sondern: Es ist vollbracht. Abgeschlossen. Erfüllt. Bezahlt.

Wenn das stimmt, bedeutet es: Hier stirbt nicht einfach ein Mensch. Hier trägt jemand die Schuld anderer. Hier wird ein Weg frei gemacht. Nicht durch Leistung. Nicht durch Religion. Sondern durch Gnade.

Und genau deshalb ist Ostern mehr als ein stiller Feiertag. Mehr als Tradition. Mehr als ein freies Wochenende. Es geht um eine Entscheidung. Ich kann verstehen, wenn Menschen das ablehnen oder sich nie damit beschäftigt haben. Aber wenn es wahr ist, dann geht es um mehr als um ein paar Regeln oder ein Tanzverbot.

Dann geht es um die Frage: Will ich diesen Jesus kennenlernen – oder nicht? Denn „Es ist vollbracht“ heißt auch: Du musst nichts mehr leisten. Du musst nichts hinzufügen. Du darfst annehmen. Ein Geschenk.

Und wie bei jedem Geschenk bleibt die Entscheidung bei dir. Nimmst du es an? Oder lässt du es liegen? Vielleicht ist genau das die eigentliche Frage hinter all den Diskussionen. Nicht: Was ist erlaubt Sondern: Was bedeutet es mir?

Herausforderung für heute: Nimm dir heute bewusst ein paar Minuten Zeit. Und stell dir ehrlich diese eine Frage: Was bedeuten mir diese Worte – „Es ist vollbracht“? Nicht theoretisch. Sondern persönlich.

Und wenn du merkst, dass da mehr sein könnte: Dann sprich ein einfaches Gebet. Kein großes Programm. Nur ein ehrliches: „Jesus, wenn das wahr ist – dann nehme ich das an, dann will ich dich kennenlernen.“

Das reicht für den Anfang.

Sei gesegnet!

„Die wichtigste Entscheidung, die wir treffen, ist die, ob wir glauben, dass wir in einem freundlichen oder feindlichen Universum leben“ (Albert Einstein).

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